Tödi – Piz Russein Skihochtour im Mai

Seit meiner letzten Hochtour auf das Gwächtenhorn war mittlerweile einige Zeit ins Land gegangen, um so mehr freute ich mich also auf die bevorstehende Hochtour auf den Tödi. Eine wichtige Frage für uns war, ab welcher Höhe genug Schnee für Ski liegen würde und damit verbunden, ob es sich lohnen würde die Skiausrüstung mitzunehmen. Nach entsprechender Recherche sah es so aus, dass ab etwa 1800 m genug Schnee liegen würde. Wir müssten zwar etwa 1000 Höhenmeter die Ski tragen, könnten sie dafür aber für die restlichen 1800 benutzen, also packten wir sie ein. Sebastian brachte noch einen Fahrradanhänger mit, auf welchem wir die Skiausrüstung immerhin die ersten 6 km und 500 Höhenmeter bis Hintersand transportieren konnten. Mit Ski am Rucksack ging es also weiter und auch endlich mal richtig bergauf in Richtung Fridolinshütte. Etwas höher als erwartet, auf 2000 m lohnte es sich endlich die Ski anzuziehen, wir konnten aber sehen, dass wir bei der Abfahrt vom Gipfel deutlich weiter abfahren würden können (Die Fridolinshütte liegt seitlich, oberhalb des Gletschertals). An selbiger angekommen schauten wir uns kurz an, wo wir am nächsten Morgen aufsteigen werden würden, dann gab es auch schon Abendessen. Relativ früh gingen wir ins Bett, da es am Morgen um 03:45 Frühstück geben würde. Nach einer zu kurzen Nacht, die ich auch noch zu gefühlt 90 % wach lag und einem kleinen Frühstück tapperten wir los in Richtung Tödi. Durch viel Geröll wühlten wir uns nach unten auf den Gletscherzungenrest. Dort wartete auch schon die erste Herausforderung auf uns, in Form einer Bachüberquerung, nachdem Sebastian und ich bereits erfolgreich über den Bach gesprungen waren, brach Sarah während des Absprungs ein und versenkte ihren kompletten Skischuh im eiskalten Wasser. Für den letzten unserer Gruppe, Tobias, suchten wir Bachaufwärts nach einer geeigneteren Überquerungsstelle. An einer fast schon zu breit wirkenden Stelle wollte er sein Glück versuchen, setzte zum Sprung an, erreichte tatsächlich die andere Seite, nur um sich dort der Länge nach auf die Nase zu legen. Nach diesem kleinen Schreck setzten wir unseren Aufstieg fort, schon bald schnallten wir wieder die Ski an den Rucksack. Ein Steilstück, mit welchem der erste Gletscherbruch umgangen werden konnte, liess sich so deutlich effizienter meistern. Den Sonnenaufgang im Rücken stiegen wir, nun wieder mit Ski unter den Füssen, in Richtung des zweiten Gletscherbruches. Diesen galt es zu durchqueren, also seilten wir uns an, um anschliessend durch das Spaltenlabyrinth des Gletscherbruches zu kommen. Nach dem Gletscherbruch zogen sich die restlichen gut 800 Höhenmeter zum Gipfel, hauptsächlich da ich auch Probleme mit der Höhe bekam. Nach einer Gipfelrasten erwartete uns die Abfahrt, im oberen Bereich ein reinster Genuss, je weiter wir nach unten kamen, desto schlechter der Schnee. Mit Wechsel der Talseite und erreichen des Schattens wurde es eisig, prompt versäumte ich es die Fahrweise anzupassen und legte mich saftig auf die Nase. Uns östlich haltend, fanden wir noch ein Schneeband, auf welchem wir bis auf 1600 m abfahren konnten. Den restlichen Abstieg bewältigten wir auch noch und waren in Konsequenz sehr froh die Ski mit dabei gehabt zu haben.

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